6. Juli

Geburtstag der 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten:

Seine Heiligkeit des XIV Dalai Lama- in diesem Jahr (2015) wird er 80 Jahre.

Für mich ein Tag des besonderen Innehaltens für einen Menschen – einen Geistlichen – einen Politiker – einen Mönch – einem Lebensenergieträger mit unermüdlichem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Verständigung.

Neben meinen Reisebegegnungen in seiner Heimat, dem atemberaubend; teilweise durch für uns ungewohnte Höhen mit dünner Luft wörtlich genommene; schönen Tibet mit seinen beeindruckenden Landschaftsformationen, weiten Tälern und stillen unberührten Seen und meist menschenleeren Hochebenen in schwindelerregenden Höhen mit abgelegenen Orten wie Gyantse (3977m ü.M) und Shigatse (knapp 4000m ü.M), hatte ich das Glück für einen halben Tag in Lhasa im, auf Grund von Chinesisch – und anschließendem Tibetisch Neujahr, Besucherleeren Potala Palast (130m über der Stadt auf mythischem „roten Berg“ gelegenen Winterpalast seiner Heiligkeit) zu weilen und dem innewohnenden Geist des ins Exil entflohenen Dalai Lama in den heiligen Räumen und Dachetagen zu lauschen.
Auch bei weiteren Reisen in die Hochgebirgsregionen seiner Heimat, dem Himalaya bin ich u.a. bei einem mehrtägigen Abstecher in seiner indischen Exilheimat Dharamsala , einem quirrligen pulsierenden aus aller Welt bereisten Ort, seinem Geist im dortigen Tempel und Wohnhaus begegnet.

Dalai LamaDies waren alles bewegende Momente vollkommenen Glücks, Zufriedenheit und innerer Ruhe, neben netten Gesprächen, Lachen, Beten und Meditieren mit Mönchen und Einheimischen. Doch der für mich, auch heute noch, bewegendste Moment war die persönliche Begegnung mit seiner Heiligkeit hier in Deutschland: 2011, ein Jahr in dem meine kranke Mutter sich auf den langen Weg des Heimgehens vorbereitet hat. Durch einen frühmorgendlichen, für mich ungewohnten Blick in die Zeitung, las ich von einem am gleichen Tag spontanen, nicht weiter in der Öffentlichkeit angekündigten, Besuch des Dalai Lama, während seiner Deutschlandreise, im Seligenstädter Kloster mit angrenzendem prachtvollen Garten. Oha, zwar in erreichbarer Nähe wohnend, hatte ich doch an diesem Vormittag einen festen Termin – zu schade. Es stimmt wenn ich hier schreibe, dass, wenige Minuten nach meiner Entdeckung in der Zeitung, dieser Termin aus nicht näher begründeter Ursache von der Gegenseite abgesagt wurde. Nicht daran glaubend auch nur in die Nähe der Klosteranlage vordringen zu können, machte ich mich nun doch auf den Weg nach Seligenstadt.

Ich kenne mich dort ein wenig aus und gelangte so an ein verschlossenes Eingangstor zum Park. Ordner raunten mir eine spätere Toröffnung zu weshalb ich mich nun weiterhin dort postierte. Weitere Besucher kamen nach und nach und als sich dann das Tor öffnete hatte ich mit ihnen direkten Zugang zu einer Absperrung im Kloster-Innenhof. Es dauerte eine ganze Weile, in der die Vorbereitungsarbeiten zum Besuch in vollem Gange waren, bis dann endlich seine Heiligkeit durch das Gartentor schritt und sich sofort eine erhabene Stille auf dem Gelände verbreitete. Eine unbeschreibliche Energie mit Harmonie, Stärke, Glückseligkeit, Verbundenheit und Liebe erfasste und erfüllte den ganzen Platz. Einige kurze Momente des Grußes, der Dankbarkeit dieses möglichen Besuches und der Dalai Lama samt Gefolge verschwand in den Räumen des Klosters zum Mittagsmahl. Fast alle Besucher um mich herum verließen langsam teils noch mit glückseligem Strahlen im Gesicht, oder bewegt mit Tränen in den Augen das Gelände. Selbst noch überwältigt von dieser kurzen Begegnung wusste ich doch, dass die Räumlichkeiten in welche die Gesellschaft verschwand keinen weiteren Ausgang haben und so alle wieder irgendwann an mir vorbei zurück mussten.

Ein glücklicher Umstand weshalb ich mit den wenigen verbliebenen Besuchern lange Minuten an gleicher Stelle verharrte, mit Ihnen den inzwischen eingetroffenen Reportern von Presse und TV auf Bitten kleine Interviews gab und mich freute als die Türen sich wieder öffneten und ein fröhlicher Dalai Lama heraustrat, uns zuwinkte und für kleine Gespräche entgegenkam. Als sehr kinderlieber Mensch widmete er sich lange Zeit den noch anwesenden Kleinen, herzte und lachte mit Ihnen. Ich hatte einen kürzlich in Tibet im Potala Palast geweihten seidenen Schal, eine Khata , in den Händen, was ihn wohl bewegte mit mir ein kleines persönliches Gespräch mit Händedruck und Segen zu führen. Ein Moment unglaublicher Verbundenheit, Stärke, Wärme, Harmonie und Liebe die ein Kribbeln und Energieschub in mir auslöste der ebenso einige unmittelbar dabeistehende Anwesende mit erfasste und noch einige Minuten lang überwältigte.

Zurück zu Hause, erzählte ich meiner Mutter von dieser Begegnung und reichte ihr meine noch mit dem warmen Händedruck des Dalai Lama benetzten Hände und sah ein mir bis dato nicht gekanntes Leuchten und Strahlen in ihren Augen und ihrem ganzen Gesicht.

Sie fragte mich noch einige Male nach dieser Begegnung und lauschte meinen Erzählungen jedes Mal aufs Neue, bis Sie Monate später kurz nach meiner Reise mit Stopp in Dharamsala, wohl wissend davon, friedlich nach Hause ging.

Foto, farbig: abhikrama on flickr / Pankaj Mistry www.pankajmistry.com

Foto, S/W: Christopher Michel on flickr

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